Adobe Photoshop unter MacOSX: Fehler A12E1

Das Problem

Vor einiger Zeit sollte ich mal einen neuen Mac Rechner vorbereiten und unter (vielem) anderem Adobe Photoshop darauf installieren. Ich habe natürlich erstmal alles sauber vorbereitet: Platte formatiert, MacOS installiert, Updates eingespielt, User eingerichtet, unzählige kleine Programme installiert, … nach ein paar Stunden war Adobe Photoshop an der Reihe. Es begrüßte mich diese nette Anzeige:

Screen+Shot+2013-08-26+at+9.15.18+AM

(Zugegeben: Oberflächlich) Im Internet gesucht, am Ende sogar den Adobe Support angerufen (schließlich hat man ja für einen Ar*** voll Geld diese Software gekauft): Keine Ahnung. Gut angelegtes Geld also … Danke @Adobe!

Schließlich wurde ich im Blog eines Users namens „Sum Random Guy“ fündig und konnte es erst garnicht glauben: Das passiert, scheinbar reproduzierbar, wenn man sich beim formatieren der Partitionen auf dem Mac für die Case-Sensitive Variante des Dateisystems entscheidet!
Ich weiß ehrlich gesagt heute noch nicht was ich dabei unglaublicher finde:

  • Das die Ar***-teure Betriebssystemplattform MacOS im Jahre 2014 immernoch nicht standardmäßig auf ein Case-Sensitive Dateisystem setzt?
  • Das die Ar***-teure Software (CS6 bei Amazon derzeit 1.099,- €) scheinbar ein so lasches Qualitätsmanagement hat, das so ein Problem in einer Kaufversion besteht und nicht behoben wird?
  • Das der Branchenriese Adobe, auf die offizielle Support-Anfrage eines zahlenden Kunden, nicht in der Lage ist auf so etwas hinzuweisen?

Laut zuvor genanntem Blogeintrag erstreckt sich der Fehler bis heute auf alle Adobe Creative Cloud Anwendungen; nicht nur auf Photoshop.

Mein Kommentar zu soetwas:

Die Lösung

Achtung

Ehe man beginnt einige Hinweise:

  1. Bei der hier beschriebenen Methode wird die MacOS Keychain, in der gespeicherte Passworte und ggf. auch Einstellungen mancher Programme gespeichert sind, nicht gesichert! Legt man Wert auf diese Daten sollte man sich im Internet schlau machen wie man diese sichern und übertragen kann.
  2. Hat man Dateien auf dem System gespeichert, welche nur existieren weil das Dateisystem Case-Sensitive ist, „gewinnt“ eine dieser Dateien, so das anschließend nur noch eine Datei auf dem System verfügbar ist. Zum Beispiel: Existiert eine Datei namens „Foobar.txt“ und eine zweite im gleichen Verzeichnis namens „FooBar.txt“, wird hinterher nur noch eine davon existieren. Die andere müsste man sich aus dem Backup von SuperDuper! manuell herauskopieren.
    Das ist genau das Problem mit Case-Insensitive Dateisystemen und wie Ihr seht: Der Ärger geht direkt los … 😛
  3. Vorsicht ist besser als Nachsicht: Legt auf jeden Fall ein (besser: zwei) Backups Eures Systems an.

Wie auch immer: Es gibt eine Lösung um nicht das gesamte System nocheinmal neu installieren zu müssen. Allerdings muss man auf das Case-Sensitive Dateisystem verzichten … Meine Erfahrung soweit: Das führt unter mehreren MacOS Applikationen bis heute zu Irritationen. Und egal wie sehr ich mir der Sinnhaftigkeit von Case-Sensitive Dateisystemen bewusst bin und es gerne hätte: Unter MacOS, bis heute: Besser Finger weg!

Zunächst installiert man das Programm SuperDuper!. Es ist – für den hierbei benötigten Funktionsumfang – kostenlos, bietet in der Vollversion für $27.95 jedoch zum einen nützliche weitere Funktionen. Zum anderen kann man sich ja mal überlegen wie viel Zeit und Nerven einen dieses Programm nach erfolgreicher Dateisystemmigration gespart hat und das alleine aus Sponsering-Gründen für einen Kauf in Erwägung ziehen …

Hat man SuperDuper! also installiert, benötigt man noch eine USB Festplatte, welche wenigstens so groß ist wie auf der im Mac eingebauten Festplatte an Speicher belegt ist. Am besten gleich zwei; in den nächsten Schritten werden sämtliche Daten von der eingebauten Festplatte gelöscht. Man kann also garnicht genug Backups haben und es empfiehlt sich auf einer Festplatte zunächst ein Time Machine Backup zu erstellen und anschließend eines mit SuperDuper!, wie im folgenden gezeigt wird:

Als erstes formatiert man die (zweite) USB Festplatte für den Mac. Anschließend startet man SuperDuper! und tut folgendes:

SuperDuper! Schritt 1 von 3

SuperDuper! Schritt 1 von 3

  1. Auswählen der Quelle
    Hier sollte die Systemfestplatte, die gesichert werden soll, ausgewählt werden.
  2. Auswahl des Ziels
    Hier habe ich, da gerade keine USB Festplatte greifbar war, ein Image als Ziel eingestellt. Für den tatsächlichen Vorgang wird hier jedoch die USB Festplatte als Ziel ausgewählt.
  3. Auswahl des Profiles
    Einfach auf der Voreinstellung „Backup – all files“ wie hier gezeigt stehen lassen.
  4. Anschließend öffnet man die Optionen
SuperDuper! Schritt 2 von 3

SuperDuper! Schritt 2 von 3

Hier sind die gezeigten Einstellungen zu übernehmen.

SuperDuper! Schritt 3 von 3

SuperDuper! Schritt 3 von 3

Unter „Advanced“ sollte alles bereits so sein wie hier gezeigt. Trotzdem: Sicherheitshalber einmal kontrollieren und ggf. die hier gezeigten Einstellungen anwenden.

Durch einen Klick auf „OK“ kommt man wieder in das Hauptfenster. Durch einen Klick auf „Copy Now“ startet man den Sicherungsvorgang.

Ist dieser abgeschlossen wird das System neu gestartet. Die USB Festplatte bleibt dabei angeschlossen. Sobald der Startton ertönt, drückt man die Alt-Taste (die zwei komischen Striche) und hält diese gedrückt. Es sollte eine Bootauswahl erscheinen, bei der man dann die USB Festplatte auswählt. Das System sollte nun wie gewohnt starten; tatsächlich tut es das jedoch von der USB Festplatte; geiler Scheiss, wa?

Hier startet man nun das Festplattendienstprogramm und formatiert die eingebaute Systemfestplatte; dieses mal jedoch Case-Insensitive! Achtet genau darauf, das Ihr nicht die USB Festplatte ausgewählt habt.

Anschließend startet man erneut SuperDuper!, belässt alle Einstellungen wie sie sind, vertauscht dieses Mal jedoch Quelle und Ziel, so das von der USB Festplatte auf die Systemfestplatte kopiert wird.

Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, sollte sich das System ohne die USB Festplatte starten lassen und über ein Case-Insensitives Dateisystem verfügen. Ebenso sollte sich jetzt auch die Adobe Creative Suite / Creative Cloud Apps installieren lassen.

 


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