Spielebewertung für "A Vampyre Story"

Ich möchte heute meine Beurteilung des Adventures "A Vampyre Story" loswerden. Ich habe es gestern durchgespielt und wollte ohnehin mal öfter Rezensionen zu Büchern, Spielen, was auch immer verfassen. Und heute fange ich an:

[caption id="attachment_577" align="alignleft" width="400" caption="Titelbild des Spiels "A Vampyre Story""]![Titelbild des Spiels "A Vampyre Story"]({filename}images/big_2750a-vampyre-story.jpg "Titelbild des Spiels "A Vampyre Story""){.size-full .wp-image-577 width="400" height="400"}[/caption]

Der Hauptcharakter des Spiels befindet sich mit ihrem kleinen Fledermauskumpel Froderick in einem Pferdestall. Außerdem befindet sich ein sehr dämlich dreinblickendes Pferd in diesem Stall. Gesichert ist das Vieh mit einer Parkkralle. An der Scheunenwand befinden sich diverse Nummernschilder mit Phantasiegebilden wie "Vampire Suck" oder ähnlichem. Untersucht man eines mit der Aufschrift "NCC 1701" (Registriernummer des Raumschiffes Enterprise von James Tiberius Kirk aus der Fernsehserie Raumschiff Enterprise), kommt von Froderick ein Spruch wie etwa "Das verstehen nur Leute die dick, pickelig und über 30 sind und immernoch bei ihrer Mutter wohnen.".

Viele Leute beschweren sich in diversen Foren und Seiten über solche an den Haaren herbeigezogenen Kalauer. Auf manche "Gags" mag das auch mit Sicherheit zutreffen. Meine Meinung dazu ist dennoch die, das wer sich ein "Monkey Island - like" Spiel installiert genauso wenig intellektuellen Humor erwarten darf wie Realismus in Superman Filmen. (Einschub: Sind meine absoluten Lieblings-Cineasten: Sitzen in 'nem Superman Film, Superman zieht gerade fliegend ein Kreuzfahrtschiff hinter sich her und die sagen "Das sieht ja voll unecht aus da mit den Wellen ..." ;D ). Das Spielt folgt, was den Humor angeht, einer langen Reihe von klassischen Adventures wie z.B. soeben erwähntem Monkey Island. Die Hintergründe der Schauplätze in "A Vampyre Story" wurden ebenfalls von den Monkey Island - Zeichnern angefertigt.

Die Story des Spiels, die Charektere an sich und die grundliegende Optik sind super. Zwar etwas altbacken, aber liebevoll umgesetzt.
Was unglaublich und erschreckend schlecht umgesetzt worden ist, ist die technische Seite des Spiels. Mona (Hauptcharakter) ist beispielsweise mit einem schwarzem Umhang bekleidet. Dieser weht regelmäßig durch ihre Fersen hindurch oder ein Ellenbogen taucht auf der anderen Seite des Umhangs hindurch auf. In einer anderen Szene steht ein Holzkarren im Weg, was sie jedoch nicht daran hindert sich irgendwo zwischen der Vorder- und Hinterachse des Teils aufzustellen. Manche Dialoge sind nicht auf Deutsch vertont, so das Mona auf einmal Englisch spricht. Die Videosequenzen sind sehr abgehakt, vieeel zu hell und mit denselben Grafikfehlern wie im Spiel übersät.

Noch nerviger als die technischen Fehler sind Rätsel, in denen man meistens nicht weiß, was man tun soll, bzw. wie, so das man nahezu jede Kombination aus Gegenständen in jedem Bildschirm durchprobieren muss. Sehr hilfreich wären hier nicht nur blöde Sprüche, sondern Hinweise statt nur "das geht nicht" oder "ich brauche das nicht". Man denkt sich dabei oft nur "Super: Das Spielzeuggewehr brauchst Du nicht, aber Diätcola nimmst Du mit, was???".
Außerdem fehlt mir ein Button zur HotSpot - Anzeige wie bei "Black Mirror II". Ansonsten wandert man erstmal im 5-Pixel-Raster mit der Maus durch jeden Bildschirm, um überhaupt seine Möglichkeiten zu erfassen. Die wenigsten bringen eine "Feuerstelle" unmittelbar mit "Dämonenrotze" in Verbindung ...

Der Umfang des Spiels ist eine absoute Frechheit: Schaut euch mal die Komplettlösung hier an (ggf. Werbung wegklicken). Es kommt nichts mehr dazu - keine Zwischenschritte oder Minigames. Das ist in der Tat alles.
Da der Chefentwickler "dermaßen viele Ideen hatte und das alles nicht ein einziges Spiel QUETSCHEN wollte", endet das Spiel völlig abprupt nach der zuvor erwähnten, viel zu kurzen Spielzeit. Also mutet man den Kunden nicht nur zu ein derart unfertiges Spiel spielen zu müssen, sondern mutet ihnen zudem zu dieses Produkt ohne jegliche Garantie auf eine Fortsetzung zu kaufen.
Das ganze erinnert sehr stark an "mal eben schnelle Kohle machen", ohne jegliches Maß dafür qualitativ hochwertige Software zu produzieren. Da kann das Konzept und die Story noch so gut sein.

[caption id="attachment_580" align="alignright" width="300" caption="Komplette Homepage von "Crimsoncowgames" als Screenshot"]![Komplette Homepage von "Crimsoncowgames" als Screenshot]({filename}images/crimsoncowgames-300x187.jpg "Komplette Homepage von "Crimsoncowgames" als Screenshot"){.size-medium .wp-image-580 width="300" height="187"}[/caption]

Mein Fazit lautet also: Ich muß mal lernen Demos zu vertrauen. Ich habe das Demo gespielt und fand das Thema, leicht der Norm wiedersprechenden Vampiren und einer Dracula - Parodie ansprechend und die Hintergründe schön. Die technischen Mängel waren auch dort schon offensichtlich, ich dachte nur "och, ggf. war das ja noch keine finale Version oder es kommt bald ein Patch". Wieso sollte es? Ein Demo ist Werbung - Natürlich stellt das die finale Version dar! Ich finde das so ein Spiel nicht als Endprodukt in den Handel gebracht werden darf. Daher fühle ich mich durch den Kauf dieses Spiels total verarscht.
Sofern der zweite Teil noch erscheinen sollte (was ich alleine bei der Homepage eines der Verleger für sehr fraglich halte - Siehe Screenshot hier im Beitrag) denke ich, werde ich es mir nicht kaufen, sondern irgendwo borgen oder so, da ich es gerne als Schadensersatz für diesen verkorksten ersten Teil unentgeldlich spielen würde. Wie der Distributor dann mit der Entscheidung für einen dritten Teil umgehen würde, wenn das alle machen würden, weiss ich nicht. Vielleicht sollte man aber mal nicht nur nach Verkaufszahlen und Zahlen für gespartes Geld gehen, sondern Gründe für niedrige und schwindende Verkaufszahlen zuerst beim Produkt selbst suchen. Zu Deutsch: Wer ein schlechtes Produkt anbietet, kann kein gutes Geld erwarten. Erst recht nicht, das ein Kunde denselben Fehler 2x macht.
Distributoren und Softwareschmieden wie Blizzard machen es richtig: Seit jeher lassen die sich von keinem unter Druck setzen, sondern entwickeln so lange daran herum, bis es in ihren Augen fertig und marktreif ist. Siehe Starcraft 2, das dieses Jahr bei den Vaporware Awards "Duke Nukem Forever" abgelöst hat. Trotzdem wird das Spiel kommen, wenn es fertig ist, basta! :) Und als Kunde kann man sich dann auch darauf verlassen, das die Qualität stimmen wird.

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Buchrezension zu: WordPress - Weblogs einrichten und administrieren

Wie ich schon in meinem eigenen Blog zuvor erwähnt hatte, habe ich mir für mein neues auf Wordpress basierendes Blog ein Buch gekauft. Ich habe schon zuvor einen Ersteindruck beschrieben, den ich nach den ersten 17-20 Seiten hatte.
Diesen möchte ich nun gerne, nach abgeschlossener Lektüre des Buches vervollständigen.

Ich hätte dem Autor, Frank Bueltge diese auch gerne in sein "Blog zum Buch" geschrieben, nur leider und komischerweise weist augenscheinlich gerade dieser Teil des Blogs keine Kommentare auf. Lediglich Rezensionen die dem Autor genehm sind wurden veröffentlicht.
Das ist schade und wirkt ein wenig feige. Aber es gibt ja zum Glück auch noch die Möglichkeit das bei Amazon.de zu hinterlassen :)

Witzig finde ich auch, das Frank Bueltge auf der "Blog zum Buch" Seite unter den Rezensionen zwar folgenden Lobgesang von Amazon Rezensionen veröffentlicht hat:

So ein Buch habe ich schon länger gesucht.

und

Lässt für den Einsteiger und Fortgeschrittenen keine Wünsche offen ,

den folgenden Kommentar, welcher zeitlich fast einen Monat vor dem zuerst zitierten geschrieben wurde und somit sicherlich schon verfügbar war als Herr Bueltge diesen eingefügt hat, jedoch verschweigt:

Total Unnötig

Ich gehe mal davon aus wenn jemand einen Weblog haben will dann muss er sich nicht erst derartig informieren sondern weiss wie es geht.
Ich habe mir dieses buch gekauft und bin mit der Schreibweise total unzufrieden--Man sieht kaum durch und wird behandelt als hätte man noch nie einen Rechner gesehen geschweige den das Internet!

Dieses deckt sich ja auch so ziemlich genau mit meinem Eindruck.

Erstere Aussage, das der Autor in dem Buch keine Beispiele nennt, stimmt nicht ganz. Diesbezüglich möchte ich meinen ersten Eindruck korrigieren. Im eigenen Absatz 4.9.6 zu Permalinks ab Seite 91 werden Beispiele für den zuvor beanstandeten Punkt "Permalinks" geliefert. Was sich hinter der "Internetblase" verbirgt, bleibt jedoch bis zum Schluss offen .. (hoffentlich keine Fortsetzung! ;) ). Das ist aber ehrlich weniger als zweitrangig. Ich persönlich habe es nur nicht so gerne wenn mit nicht alltäglichen Begriffen herumgeworfen wird, die in einem Buch, welches den Anspruch hat "Fachbuch" geschimpft zu werden, nicht erklärt werden. In einem Blog oder einem Forum ist das egal. Von einem Fachbuch erwarte ich mir jedoch mehr.

Zwar steht nirgendwo das es ein Fachbuch ist, jedoch legt der Titel "Weblogs [...] administrieren" so einen Eindruck mehr als nahe.

Ich kann nach abschliessender Lektüre des Buches für mich folgende Bewertung abgeben:

Das Buch richtet sich an Anfänger, die zu faul sind auf einer der beiden Haupt-Wordpress Seiten (der englischen Seite wordpress.org oder der deutschen Seite wordpress-deutschland.org) die Dokumentation zu lesen. Auch für Leute, die ohne Laptop lieber in der Bahn oder ähnlichem Lesen oder einfach lieber ein Druckwerk in der Hand halten, ist dieses Buch meines erachtens nach ein guter Einstieg in Wordpress.
Mehr aber auch nicht.

Es gibt auf den offiziellen Seiten Dokumentationen zur Software, die deutlich detailierter und dabei genauso zugänglich sind wie die sehr oberflächlichen Beschreibungen in diesem Buch.

Des weiteren wird auf vieles "so ein bisschen" eingegangen; letztendliche Erklärungen bleibt der Autor aber nahezu immer schuldig, so das dieses Buch mir absolut keinen Lehrwert bescheren konnte. Zumindest nicht zum Hauptthema: Der Software Wordpress.

Was vom Autor wohl ganz nett, wenn auch hier wieder nicht gerade erschöpfend, behandelt wird ist das aufzählen von Möglichkeiten, wie man sein Wordpress Blog durch Integration in so genannten "Pingservices" und "Blogverzeichnissen", sowie "Social Bookmarking" - Diensten bekannt machen, und somit potentiell mehr Besucher auf sein Blog locken kann.
Doch auch hier bleibt der Autor seinem eigenen Stil treu und kratzt bestenfalls an der Oberfläche. So beschränkt sich z.B. das weite Feld des recht bedeutsam gewordenen Themas Social Bookmarks beispielsweise auf 3 Absätze und ebensoviel durch copy&paste eingefügten HTML/PHP Code, der an dieser Stelle mehr als überflüssig wirkt, da sich jeder, der vorhat sich mit diesem Thema zu beschäftigen hoffentlich bereit ist 5 Minuten in die Dokumentation des jeweiligen Anbieters zu investieren. Diese nehmen einen ja ohnehin schon bei der Anmeldung an die Hand.

Alles in allem ist das Buch sein Geld bei weitem nicht Wert. Es wäre nett, wenn man ein Blog mit diesem Inhalt finden würde, aber mit diesem Inhalt ein Buch zu verkaufen ist in meinen Augen ziemlich frech.

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