... MebiByte, ... KibiByte, ... TebiByte, ... was soll das alles?? Hat der Typ den garkeine Ahnung? Weiss der nicht was ein MegaByte oder ein KiloByte ist?

Doch! Und wenn ihr Euch diese Frage auch stellt beim betrachten einiger meiner Beiträge auf dieser Homepage, dann hat dieser Typ offenbar sogar mehr davon als ihr selbst :)

Es handelt sich hierbei um sogenannte Binärpräfixe.

Erstmalig davon gelesen habe ich selbst bei den Recherchen zu meiner neuen, privaten Spielehardware in der PC Games Hardware. Auch hier musste die Redaktion zunächst Aufklärungs- und Pioniersarbeit leisten: In nahezu jeder Ausgabe steht anfangs eine kleine Kolumne darüber, warum diese zunächst seltsam anmutenden Bezeichner, anstelle der alt eingesessenen Bezeichnungen wie MegaByte oder KiloByte verwendet werden.
(Als kleiner Quellennachweis: Ich berufe mich bei dieser Aussage (wenigstens) Auf "PCGames Hardware", Ausgabe 06/2008).
Dort heisst es:

PCGH verwendet bei Angaben von Datenmengen korrekte, weltweit standardisierte Bezeichnungen - Binärpräfixe. Demnach ist ein Kilobyte gleich 1.000 Byte, während 1.024 Byte als ein Kibibyte (kurz: KiB oder KiByte) bezeichnet werden. Entsprechende Bezeichnungen gibt es auch für größere Datenmengen: Ein Mebibyte (MiByte) entspricht 1.024 KiByte, ein Gibibyte (GiByte) 1.024 MiByte und so weiter. Diese "binären" Größen ersetzen oder ergänzen die dezimalen Angaben; die Kapazität von festplatten geben wir in beiden EInheiten an, eine Terabyte-Platte bietet also 1.000 GByte/932 GiByte. Näheres finden Sie im PDF-Artikel "Das Kibibyte kommt" auf unserer Heft-DVD. (hs)

Nun, diesen PDF Artikel werde ich hier nicht zur Verfügung stellen, da ich keine Lust auf eine Klage des Verlages habe.
Genauso gut (oder besser?) tut es jedoch auch ein Wikipedia-Artikel zum Thema "Binärpräfix".

Das PCGH Statement hat es schon ganz gut zusammengefasst: Binärpräfixe legen den alten Streit bei, ob eine Festplatte oder DVD nun die volle Kapazität bietet, oder ob die offizielle Angabe der Speicherkapazität Betrug ist.
Mathematisch stehen die Einheiten "Kilo", "Mega" oder "Giga" für runde 1000er ( ... ,1000000er, 1000000000er, ... ). Demnach sind ja auch z.B. 1000 gramm 1 Kilo (und nicht etwa 1024 gramm).
IT-Technisch gesehen, lassen sich jedoch immer nur Einheiten eines vielfachen von 8 ansteuern. Somit sind 8 Bit = 1 Byte. 1.024 Byte sind nun ein Kilobyte, 1.024 Kilobyte ein Megabyte, etc.

Somit gesehen haben beide Seiten Recht, nur folgen sie jeweils einem anderen Argumentationsweg.
In der Praxis stellen diese Probleme sich oft so dar, das Kunden, die mit den Hintergründen dieser Einheiten nicht ganz so vertraut sind, sich betrogen fühlen; zeigt doch die neue "1 Terrabyte" grosse Festplatte unter Windows nur noch 932 Gigabyte an, statt der erwarteten 1.000 Gigabyte.
Das kommt daher, das die Festplattenhersteller die Angabe zur Kapazität natürlich so umrechnen, wie es sich am besten verkaufen lässt: Ein "1-Terrabyte-Datenwunder" verkauft sich sicher besser als eine 932 Gigabyte grosse Festplatte.
Das Betriebssystem seinerseits rechnet aber nunmal binär, was eine Kapazitätsangabe von "nur" 932 Gigabyte zur Folge hat.

Dank der Binärpräfixe lassen sich diese Unklarheiten ganz einfach konkretisieren:
Spricht man von IT-Technischen Größen, ist in der Regel von Binärpräfixen, also: Gibi, Mebi, etc. -Byte die Rede.
Spricht man von ganz normalen Größen, wie z.B. der Anzahl an Dateien in einem Ordner, dann sollte diese Angabe weiterhin mit Kilo, Mega, etc. gemacht werden.

Klar: Das wird sich höchstwahrscheinlich nie wirklich bei allen durchsetzen. Besonders wenn man bedenkt, das im Jahre 2008 immer noch Sätze mit "Ich hab 25 € bezahlt - das sind FÜNFZICH MAAAAK!" zur Darlegung mancher Sachverhalte herangezogen werden. Jedoch: Ich lebe im guten Wissen es richtig zu machen und einer muss ja schliesslich mal anfangen :)

Daher werde ich mich bemühen auf meiner Seite stets die richtige Einheit zu nennen.

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