GuitarPro6 unter (Gentoo) Linux

Whooooho!

Ich habe eben herausgefunden wie man problemlos und nativ (ohne wine o.ä.) GuitarPro6 unter Linux zum laufen bringt! Zwar spezialisiere ich mich hier auf Gentoo Linux, die beschriebenen Schritte sollten aber adäquat auf allen Distributionen funktionieren.

Zunächst einmal läd man sich die Linuxversion von GuitarPro6 herunter. Diese liegt als .deb Paket für Ubuntu Linux vor. Um die Daten daraus zu entpacken, verwendet man am besten das Programm "ar":

mr@mrvaio \~/Downloads \$ ar x GuitarPro6-rev9063.deb
mr@mrvaio \~/Downloads \$ ls -l
insgesamt 84816
-rw-r--r-- 1 mr users 43419258 15. Feb 01:31 GuitarPro6-rev9063.deb
-rw-r--r-- 1 mr users    34121 15. Feb 01:33 control.tar.gz
-rw-r--r-- 1 mr users 43384944 15. Feb 01:33  data.tar.gz
-rw-r--r-- 1 mr users        4 15. Feb 01:33 debian-binary
mr@mrvaio \~/Downloads \$

Das tar.gz Archiv data.tar.gz entpackt man ganz einfach wie gehabt; das Archiv control.tar.gz, sowie die anderen Dateien werden nicht benötigt. Wir erhalten dadurch einmal die Symbole für "/usr/local/share/pixmaps" und das .desktop - File für "/usr/local/share/applications", sowie die eigentlichen Programmdateien. Man verschiebt einfach alles, was sich im entpackten Verzeichnis "usr/share" befindet einfach nach "/usr/local/share", sowie den Ordner GuitarPro6 aus "opt" nach "/opt".

Damit sind wir eigentlich schon fertig! Man muss nur eine handvoll Dinge bei der Benutzung beachten.

So muss man das Programm beispielsweise aus dem Verzeichnis "/opt/GuitarPro6" heraus starten, sonst findet es seine benötigten Dateien nicht:

mr@mrvaio \~/Downloads \$ cd /opt/GuitarPro6
mr@mrvaio /opt/GuitarPro6 \$ ./GuitarPro &

Guitar Pro bringt zudem Qt Libraries in einer anderen Version mit als sie bei den meisten aktuellen Distributionen beiliegt. Man erhält beim Start von GuitarPro6 daher folgende Fehlermeldung:

mr@mrvaio /opt/GuitarPro6 \$ ./GuitarPro
Cannot mix incompatible Qt libraries
Abgebrochen
mr@mrvaio /opt/GuitarPro6 \$

Dieses lässt sich leicht beheben: Alle Dateien, welche auf *Qt*.* passen, aus dem Verzeichnis "/opt/GuitarPro6" löschen.
Es erscheint dann beim starten zwar nach wie vor eine Fehlermeldung, das GuitarPro6 gegen eine andere Qt Version kompiliert wurde, jedoch kann man diese mit einem Klick auf "OK" gefahrlos schließen.
Anschließend muss man seinen Lizenzschlüssel eingeben. Der Haken, das man das gerne für alle User freischalten möchte, hat bei mir weder als unprivilegierter User, noch als root geklappt. Für beide musste ich einmal meinen Lizenzkey eingeben.

Was leider auch noch nicht funktioniert, ist das starten des Updaters aus dem Hilfemenü von GuitarPro6 heraus. Klickt man dieses an, passiert erstmal garnichts.
Man kann den Updater jedoch trotzdem verwenden, indem man die folgenden Schritte befolgt:

  1. Wenn der X Server als User läuft, "root" zunächst eine Berechtigung hierfür einräumen, indem man als der User folgendes ausführt: "xhost +root"
  2. In einer Konsole "root" werden
  3. cd /opt/GuitarPro6
  4. ./GPUpdater
  5. ./temp.GPUpdater

Der Updater sollte nun anfangen die Updates herunter zu laden. Das kann eine Weile dauern; bei mir waren es ca. 2 GB, da er auch noch die ganzen Soundbänke mit herunter läd.

Offiziell ist Ubuntu Linux das einzige unterstützte Linux und manches funktioniert, wie beschrieben, auf anderen noch nicht ganz rund. Man muss den Jungs von Arobas Music daher dennoch großen Respekt zollen! Zum einen hat jede Firma, die mit Ihren Produkten den Schritt zur Linuxunterstützung meinen Respekt verdient, da diese wunderbare Plattform leider trotz riesiger und stetig wachsender Verbreitung (gerade unter den kreativen Menschen) von den meisten Herstellern nach wie vor gemieden zu werden scheint. Zudem, wenn man bedenkt, das dieses das erste Release ist, welches sie für Linux rausbringen, muss ich sagen das schon erstaunlich viel funktioniert! Da kann man es verschmerzen, das derzeit nur eine Distribution offiziell unterstützt wird und es bei anderen derzeit noch kleinere Fehler gibt. Im normalen Betrieb konnte ich noch keinerlei Fehler feststellen. Verwendet man ein anderes Linux als empfohlen, muss man diese Abstriche halt hinnehmen.

Mein Fazit: Daumen hoch und weiter so! :)

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